Manchmal dauert es eine Weile, bis eine Geburt innerlich ihren Platz findet.

Warum eine Geburt traumatisch sein kann

Viele Frauen erleben ihre Geburt als belastend – auch wenn medizinisch alles gut verlaufen ist. Warum das so sein kann und wie der erste Schritt aussieht, eine traumatische Geburt zu verarbeiten.

Warum eine Geburt traumatisch sein kann – auch wenn medizinisch alles gut gelaufen ist

„Aber Hauptsache, dem Baby geht es gut.“

Viele Frauen hören diesen Satz, wenn sie beginnen, vorsichtig über ihre Geburt zu sprechen.

Und natürlich stimmt er.
Dass ein Kind gesund zur Welt kommt, ist ein großes Glück.

Und trotzdem erzählen mir manche Frauen, dass sie innerlich jedes Mal ein wenig zusammenzucken, wenn sie diesen Satz hören.

Denn obwohl medizinisch alles gut verlaufen ist, fühlt sich ihre Geburt für sie nicht gut an.

Vielleicht tauchen bestimmte Erinnerungen immer wieder auf.
Vielleicht merkst du, dass dein Körper reagiert, sobald du an die Geburt denkst.
Vielleicht ist da eine Unruhe oder Traurigkeit, die sich schwer erklären lässt.

Und dann kommt oft diese leise Frage:

Darf ich mich überhaupt so fühlen?

Wenn das Erleben nicht zu dem passt, was „eigentlich gut gelaufen“ ist

Ob eine Geburt traumatisch erlebt wird, entscheidet nicht der Geburtsbericht.

Entscheidend ist dein eigenes Erleben.

Manche Frauen berichten, dass sie sich während der Geburt sehr allein gefühlt haben. Andere erzählen, dass alles sehr schnell ging oder dass Entscheidungen getroffen wurden, ohne dass sie wirklich einbezogen waren.

Manchmal war da auch einfach eine große Angst – um sich selbst oder um das Kind.

Solche Momente können sich tief einprägen. Manche Frauen sprechen später von einer traumatisch erlebten Geburt oder davon, dass sie ein Geburtstrauma erlebt haben.

Dabei geht es nicht darum, ob eine Geburt objektiv „schlimm genug“ war.
Es geht darum, wie sie sich für dich angefühlt hat.

Warum viele Frauen ihre eigene Erfahrung kleinreden

Viele Mütter zögern lange, über ihre Geburt zu sprechen.

Nicht selten tauchen Gedanken auf wie:

Andere Frauen hatten viel schwierigere Geburten.
Ich müsste doch einfach dankbar sein.
Vielleicht bin ich zu empfindlich.

Diese Gedanken sind verständlich.

Rund um Geburt gibt es in unserer Gesellschaft eine sehr starke Erzählung: Am Ende zählt vor allem, dass das Baby gesund ist.

Doch für die mentale Gesundheit von Müttern ist noch etwas anderes wichtig.

Dass auch die Erfahrung der Mutter gesehen wird.

Denn Geburt ist nicht nur ein medizinisches Ereignis.
Sie ist eine zutiefst körperliche und emotionale Erfahrung.

 

Der erste Schritt beim Verarbeiten einer traumatischen Geburt

Der erste Schritt ist oft erstaunlich schlicht.

Die eigene Erfahrung ernst zu nehmen.

Nicht im Vergleich mit anderen.
Nicht mit der Frage, ob es „schlimm genug“ war.

Sondern mit einer anderen Frage:

Wie habe ich diese Geburt eigentlich erlebt?

Allein dieser Perspektivwechsel kann etwas verändern.

Denn er erlaubt deinem Erleben, überhaupt einen Platz zu bekommen.

Und genau dort beginnt für viele Frauen der Prozess, eine traumatische Geburt zu verarbeiten.

Wenn eine Geburt noch nachwirkt

Viele Frauen beginnen erst Monate oder sogar Jahre später zu spüren, dass ihre Geburt noch nachwirkt.

Das ist nichts Ungewöhnliches.

Manchmal braucht es einfach Zeit und Abstand, um sich einer solchen Erfahrung zuzuwenden. Der Alltag mit einem Baby fordert viel Aufmerksamkeit, und vieles rückt zunächst in den Hintergrund.

Erst später tauchen Fragen auf – oder Gefühle, die einen Platz suchen.

In den nächsten Artikeln gehe ich darauf genauer ein.

Zum Beispiel darauf,

  • welche körperlichen Signale darauf hinweisen können, dass dein System noch stark auf diese Erfahrung reagiert
  • und woran du merken kannst, dass eine Geburt innerlich noch nicht vollständig verarbeitet ist.

Wenn du dich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchtest, habe ich außerdem einen Videokurs entwickelt. Darin geht es darum, wie Frauen beginnen können, eine traumatische Geburt zu verarbeiten – Schritt für Schritt und im eigenen Tempo.

Denn auch wenn eine Geburt Spuren hinterlassen hat:
Es ist möglich, diese Erfahrung einzuordnen und wieder mehr inneren Halt zu finden.

Wenn du Hilfe und eine Ansprechpartnerin brauchst

Wenn du dich individuell zu deinem Geburtserlebnis beraten lassen möchtest, dann buche gerne ein Erstgespräch mit mir:

➡️ Erstberatung buchen

Oder treffe andere beroffene Frauen auf einer meiner Veranstaltungen:

➡️ Aktuelle Veranstaltungen und Angebote von mir

DU WILLST MEHR?

TRAG DICH IN MEINE NEWSLETTER-LISTE EIN UND ERHALTE DIE NEUESTEN TIPPS FÜR MÜTTER & EINLADUNGEN ZU WORKSHOPS!

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Datenschutz-Einwilligung
Teile diesen Wissen auf:
Pinterest
fb-share-icon
LinkedIn
Share
Copy link
URL has been copied successfully!

Weitere Artikel

Junge Mutter hält Baby im Arm und guckt nachdenklich.
traumatische Geburt

War das noch normal oder eine traumatische Geburt

Viele Frauen spüren nach der Geburt, dass etwas in ihnen schwerer geworden ist. Sie merken, dass sie innerlich immer wieder an den Moment zurückkehren.„Ist das normal? Muss das so sein? Bin ich einfach zu empfindlich?“ Gerade beim ersten Kind fehlt oft der Vergleich. Erfahre, woran du erkennst, ob deine Geburt

Weiterlesen »
Was hilft nach einer traumatischen Geburt? Dieser Artikel gibt praktische Impulse zur Verarbeitung, von Gesprächen bis zu Ritualen – basierend auf langjähriger Erfahrung in der emotionalen Begleitung von Frauen. Für einen neuen Blick auf dein Geburtserlebnis und mehr Leichtigkeit im Mama-Sein.
traumatische Geburt

So verarbeitest du eine traumatische Geburt

Was hilft nach einer traumatischen Geburt? Dieser Artikel gibt praktische Impulse zur Verarbeitung, von Gesprächen bis zu Ritualen – basierend auf langjähriger Erfahrung in der emotionalen Begleitung von Frauen. Für einen neuen Blick auf dein Geburtserlebnis und mehr Leichtigkeit im Mama-Sein.

Weiterlesen »
traumatische Geburt

Maries Geschichte: Spuren einer traumatischen Geburt

Eine traumatische Geburt muss nicht bestimmen, wie du in die nächste Geburt gehst. Maries Geschichte zeigt, wie auch du deine Geburt verarbeiten kannst – für mehr Vertrauen, mentale Gesundheit als Mama und eine selbstbestimmte Geburt, die sich sicher und gut anfühlt.

Weiterlesen »
Babyblues oder Wochenbettdepression? In diesem Blogartikel erfährst du verständlich und einfühlsam den Unterschied – und woran du erkennst, wann du dir Unterstützung holen darfst. Für mehr mentale Gesundheit, innere Stabilität und Stärke im Mama-Sein.
Ängste rund um die Geburt

Systemische Beratung für Frauen und Mütter

Du bist Mama und fühlst dich manchmal falsch, zu sensibel oder überfordert? Dieser Artikel zeigt dir, wie systemische Begleitung bzw. systemische Beratung hilft, dich selbst wieder besser zu verstehen – liebevoll und ohne Urteil.

Weiterlesen »
Du bist Mama und fühlst dich manchmal falsch, zu sensibel oder überfordert? Dieser Artikel zeigt dir, wie systemische Begleitung bzw. systemische Beratung hilft, dich selbst wieder besser zu verstehen – liebevoll und ohne Urteil.
traumatische Geburt

Ist es eine Wochenbettdepression oder nur Babyblues?

Babyblues oder Wochenbettdepression? In diesem Blogartikel erfährst du verständlich und einfühlsam den Unterschied – und woran du erkennst, wann du dir Unterstützung holen darfst. Für mehr mentale Gesundheit, innere Stabilität und Stärke im Mama-Sein.

Weiterlesen »
Blogbeitrag von Anne Planz zum Thema: Ständig Verfügbar-Sein als Mutter– besonders beim Stillen. Ein ehrlicher Text über Erschöpfung, Nähe und den Weg zurück zur inneren Verbindung.
Alltagstipps

Das „Immer-verfügbar-sein“ erschöpft Mütter

Stillen, Nähe und der schmale Grat zwischen Verbindung und Überforderung. Die Gedanken einer Mutter – eingefangen in einem Moment tiefer Erschöpfung. Ich höre zu. Ich begleite. Und ich schreibe auf, was viele Mütter fühlen – aber kaum jemand laut sagt.

Weiterlesen »
Blogbeitrag von Anne Planz zum Thema: Traurigkeit im Mama-Sein oder wenn das Mama-Sein traurig macht. Warum du kein schlechtes Gewissen haben musst – und wie du achtsam für dich selbst sorgen kannst.
Alltagstipps

Traurigkeit im Mama-Sein

Traurigkeit im Mama-Sein oder wenn das Mama-Sein traurig macht: Warum du kein schlechtes Gewissen haben musst – und wie du achtsam für dich selbst sorgen kannst.

Weiterlesen »
Veränderung durch eine Geburt braucht Zeit zum Verarbeiten und verläuft nicht geradlinig – und genau das ist okay. Warum Rückschritte Teil deines Wachstums sind und wie du liebevoll mit dir selbst bleibst, erfährst du in meinem Blog-Artikel.
Alltagstipps

Veränderung durch eine Geburt braucht Zeit

Veränderung durch eine Geburt braucht Zeit zum Verarbeiten und verläuft nicht geradlinig – und genau das ist okay. Warum Rückschritte Teil deines Wachstums sind und wie du liebevoll mit dir selbst bleibst, erfährst du in meinem Blog-Artikel.

Weiterlesen »
Familienzimmer stärken mentale Gesundheit von Müttern: Ängste nach der Geburt? Wochenbettdepression? Eine neue Studie zeigt: Familienzimmer in Kliniken könnten Müttern helfen, emotionale Stabilität nach schwierigen Geburten zu finden. Erfahre, wie sie deine mentale Gesundheit schützen können!
Mamasein

Familienzimmer stärken mentale Gesundheit von Müttern

Familienzimmer stärken mentale Gesundheit von Müttern: Ängste nach der Geburt? Wochenbettdepression? Eine neue Studie zeigt: Familienzimmer in Kliniken könnten Müttern helfen, emotionale Stabilität nach schwierigen Geburten zu finden. Erfahre, wie sie deine mentale Gesundheit schützen können!

Weiterlesen »